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Anthropology goes public!

Die zweite Ausgabe der MASKE – Zeitschrift für Kultur und Sozialanthropologie behandelt im Salon Aspekte der Globalisierung, das Fachgebiet Medienanthropologie und in der Rubrik Region widmen wir uns dem Nahen Osten und Indien.

Die Anthropologie befindet sich im Wandel, sie ist das Fach der Globalisierung schlechthin. Die Verbindungen zwischen dem lokalen Lebensraum und den globalen Wirkungszusammenhängen und die hier entstehenden Kreuzungspunkte fordern die spezifischen Zugänge, die das Fach bereitstellt. Es liefert Perspektiven und Möglichkeiten, sich mit den kulturellen Dimensionen aller Lebensbereiche zu beschäftigen. Globalisierung ist streng genommen nichts Neues, dennoch erleben wir sie mit einer beispiellosen Beschleunigung und Intensität, die die Kultur- und Sozialanthropologie vor neue Herausforderungen stellt.

Globalisierung bedeutet eine neue Zugänglichkeit zur kulturellen Vielfalt. Neue Medien wie das Internet ermöglichen eine Form der Vernetzung und Interaktion zwischen Menschen und über Grenzen hinweg, wie es bisher nicht möglich war. Gerade hier kommt auch den Massenmedien ihre zentrale Vermittlerposition zwischen Bevölkerung und Politik zu. Medien konstruieren Realitäten und klammern andere aus, sie selektieren Informationen und schaffen Deutungshoheiten über Konzepte.

In diesem Zusammenhang erscheint es bedeutend, Wissen über Wertekonstruktionen und über die Vielfalt der menschlichen Organisationsformen zu vermitteln, um Konflikte zu vermeiden, Verständnis zu erzeugen oder Kritik anbringen zu können. Die Anthropologie liefert dieses Wissen, die Zeit der lediglich fachinternen Diskussionen ist vorbei – Anthropology goes public. Dieser Trend ist z.B. durch die neuen studentischen Zeitschriften in München, Halle, Zürich und Wien bemerkbar: Die Ethnologik in München nahm ihre Redaktionsarbeit wieder auf, die Maske in Wien wurde gegründet, StudentInnen in Halle reanimierten die Cargo und jetzt passiert auch etwas in Zürich, die Projektgruppe AG Medien arbeitet an der ersten Ausgabe der CLTR. Außerhalb des studentischen Rahmens zeigen sich ähnliche Tendenzen: So wird Arjun Appadurais The Fear of Small Numbers auf Deutsch im Suhrkamp Verlag erscheinen, ebenso erscheint im Herbst 2008 das Handbuch für Globalisierung - anthropologische und sozialwissenschaftliche Kenntnisse für die Praxis (Suhrkamp) in einer hohen Auflage. Zweifellos ist es eine spannende Zeit für lebendige, interdisziplinäre anthropologische Forschung. Eine neue Generation von AnthropologInnen arbeitet. Wir freuen uns, dabei zu sein!

Viel Spaß beim Schmökern!
Norma Deseke